Eine Initiative der Gothaer Jugendwerkstatt

 

„Fest der Demokratie“ als eine der Auftaktveranstaltungen der Interkulturellen Woche

Von Matthias Wenzel

 

Gotha. Die „Interkulturelle Woche“ im Landkreis Gotha erstreckt sich in diesem Jahr auf den Zeitraum vom 31. August bis 2. Oktober. Am Auftakttag fanden gleich drei Veranstaltungen statt. So gab es im Mehrgenerationenhaus einen interkulturellen Kommunikationsbrunch und in der Siebleber Oberstraße wurden Instrumente aus aller Welt vorgestellt und vorgeführt.

Etwas lauter ging es ab 14 Uhr im und hinter dem Gebäude der GFU in der Bahnhofstraße 20 zu. Das gemeinnützige Institut für berufliche Bildung gehört zum VHS-Bildungswerk. Unter dessen Dach wurde vor einem Jahr auch das Projekt einer Gothaer Jugendwerkstatt gestartet. Deren Projektleiter ist Christian Friedel.

Dieser bietet im Rahmen der Freizeitgestaltung unter anderem Siebdruck und einen Graffitiworkshop an. Was lag also näher, als diese Projekte im Rahmen der Interkulturellen Woche einmal vorzustellen. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus die Idee eines Festes der Demokratie geboren.

Da sich dieser vor allem an die junge Generation richten sollte, wurde er mit dem „Gothaer Bandcontest“ kombiniert. Auf der Bühne hinter dem Gebäude präsentierten sich zwischen 14 und 21 Uhr acht verschiedene Bands. Diese kamen nicht nur aus Gotha, Goldbach und Ballstädt, sondern auch aus Frankfurt/Main, Gerstungen, Oschersleben und Schlotheim.

Die Zuhörer bekamen die Möglichkeit, über QR-Codes ihren Favoriten zu bestimmen. Nach Aussage von Christian Friedel hätten sich fast 200 Leute an der Abstimmung beteiligt. Am Ende hatte Ken Gellardt aus Ballstädt die Nase vorn und kann sich als Hauptpreis auf einen Auftritt im Juli 2020 zum Refuse Festival in Peine freuen.

Vor dem GFU-Gebäude ging es im Rahmen des aufgebauten Kinderlandes etwas ruhiger zu. Während dort DJMo aus Erfurt für musikalische Unterhaltung sorgte, tummelten sich Kinder aller Hautfarben vor allem auf dem Bobbycar-Parcours.

Im Gebäude wurde mehrfach der Film „Ein Treffen in einem anderen Land“, den die beiden Syrer Raed al Housen und Ahmad Shihab Alwan über Migranten gedreht hatten, gezeigt. Im Foyer gab es gleich zwei Ausstellungen zu besichtigen: „Nur 100 Jahre – die Aktualität von Frauenwahlrecht und Frauenpolitik“ von Judy Slivi sowie fünf Tafeln zur Geschichte des Stadtteils Gotha-West, die von Jörg Bischoff von der Stadtteilarbeit zusammen mit anderem Infomaterial vorgestellt wurden.

Neben der Musikbühne präsentierten sich gleich mehrere Projekte. So führten Madeleine Kopf-Schabe und Christian Friedel das Bedrucken von T-Shirts per Siebdruck vor. Unter anderem konnte man sich als Souvenir die Teilnehmer des Bandcontests mit nach Hause nehmen. Daneben hatte die 16-jährige Arnoldischülerin Lina Staab einen kleinen Tisch aufgebaut, um zusammen mit Lars Krug ihr Projekt eines Gemeinschaftsgartens vorzustellen. Im August hatte sie die Patenschaft für ein verwildertes Gartengrundstück am Kesselmühlenweg übernommen. Dort stehen inzwischen die ersten selbst gebauten Hochbeete.

Somit war zum ersten Fest der Demokratie für jeden Geschmack etwas dabei. Christian Friedel zeigte sich bereits am späten Nachmittag mehr als zufrieden. Es sei ein gutes ausbaufähiges Gesamtkonzept. Der Projektleiter ist sich deshalb sicher, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein solches Fest im Rahmen der Interkulturellen Woche geben wird.

print